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06.August 2020

Energieeffizienz zur Chefsache erklärt

Sinsheim. (bju) Aktuell geben sich die Landespolitiker auf ihren Sommertouren durchs Ländle die Klinken in die Hand. Dass diese Tradition mehr ist, als ein Sehen und Gesehen werden und auch inhaltlich einiges zu bieten hat, zeigte sich beim Besuch von Grünen-Umweltminister Franz Untersteller. Er hat der Junker-Filter GmbH einen Besuch abgestattet, wo er mit Geschäftsführer Jürgen Junker auf einen Gesprächspartner traf, der, wie der Umweltminister, ein Freund der klaren und offenen Worte ist.

Dies zeigte sich beim Firmenrundgang mit dem Kaufmännischen Leiter von Junker-Filter, Julian Nuss, dem Grünen-Landtagsabgeordneten Hermino Katzenstein, Oberbürgermeister Jörg Albrecht, Stadträtin Anja Wirtherle sowie Dr. Klaus Keßler, dem Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieberatung Heidelberg und Dr. Nicolai Freiwald von der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar. Nach einer Präsentation des rund 100 Mitarbeiter großen und weltweit agierenden Unternehmens, das sich seit mehr als 60 Jahren mit Luftreinhaltung und Fest-Flüssig-Trennung beschäftigt, ging Junker auf die Nachhaltigkeitsstrategie ein. "Das Thema ist bei uns längst angekommen", sagte der Geschäftsführer, der die Energieeffizienz zur Chefsache erklärt habe, alle Arbeitsbereiche miteinbeziehe und technisch innovative und preislich vernünftige Produkte garantieren möchte.

"Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen, das ist die große Kunst", meinte Junker, der als Unternehmer gerade die Amortisation bei energie- und ressourcensparenden Maßnahmen im Blick haben müsse und dabei auch für Anreize aus der Politik plädiert. Seit 2010 sei man komplett autark von fossilen Energieträgern und habe, unter anderem mit der Installation einer Geothermieanlage und einer Fotovoltaikanlage, frühzeitig die Weichen für "Energie-, Ressourcen- und Materialeffizienz" gestellt, sagte Junker und belegte dies mit Einsparungszahlen seines Energieverbundsystems. Dabei ließ er auch die Umstellung auf LED-Beleuchtung und die zusätzliche Einsparung mit Tageslichtführung nicht außer Acht. "Prozentual sind bis über 60 Prozent Einsparungen in den Sommermonaten möglich." Der Anteil der Beleuchtung am Gesamtstromverbrauch sei von rund 34 Prozent auf circa 20 Prozent gesunken. Von zahlreichen Auszeichnungen, unter anderem dem "Energy Masters Award 2011" in der Kategorie "Einsatz erneuerbarer Energien" und Kooperationspartnern in Forschung und Hochschulen konnte Junker berichten, aber auch von einem Einbruch des Exportgeschäfts in der Corona-Krise.

"Sie haben die Wichtigkeit von Energieeffizienz früh erkannt", sagte der Minister und ergänzte: "Aber es war nicht zu ihrem Schaden." Die Industrie würde noch immer die Chancen der Energieeinsparungen unterschätzen und hätte teilweise eine falsche Herangehensweise, glaubt Untersteller. "Man soll nicht zuerst fragen, was die Kilowattstunde Strom kostet, sondern was wir tun können, um diese Kosten zu senken." Dafür seien auch die zwölf regionalen Kompetenzstellen für Energieeffizienz (KEFF) geschaffen worden, bei denen Experten vor Ort alle relevanten energieverbrauchenden Kennziffern des Unternehmens betrachten, um Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz vorzuschlagen, warb der Politiker für die "Energiekarawane".

Insgesamt liege man bei mehr als 3000 der kostenlosen KEFF-Checks. Für Untersteller stehe das Umweltministerium für eine "moderne Industriepolitik". Zwar kämpfe man mit Industrieverbänden und Genehmigungsverfahren, sei "aber immer am Optimieren". Die Senkung der Mehrwertsteuer sei für ihn "absurd" und langfristig "eine teure Veranstaltung", lautet eine weitere Einschätzung Unterstellers. Für ihn wären Mittel zur Energieeffizienz für Unternehmen sinnvoller gewesen, die "nach der Krise davon hätten profitieren können.

Junker-Filter sei ein "innovativer Mittelständler", der den "tollen Beweis liefert, dass sich Investitionen in gut geplante Ressourcen- und Energieeffizienzmaßnahmen innerhalb weniger Jahre amortisieren können", lautete das Fazit von Untersteller.

 

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